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Stent-Indikation

Ein Stent ist ein kleines Drahtgeflecht, das verengte Blutgefäße offenhält und die Durchblutung wiederherstellt. Die Stent-Indikation wird gestellt, wenn die Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose so stark verengt sind, dass die Durchblutung des Herzmuskels gefährdet ist. In der Kardiologie ist die Stent-Implantation einer der häufigsten Eingriffe zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit. Der Eingriff erfolgt im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung und kann bei einem akuten Herzinfarkt lebensrettend sein. Auch bei stabiler Angina pectoris mit hochgradigen Verengungen kann ein Stent notwendig werden, um Beschwerden zu lindern und das Herzinfarktrisiko zu senken.

Wann ist ein Stent notwendig

Die Entscheidung für einen Stent basiert auf verschiedenen Faktoren. Bei einem akuten Herzinfarkt ist die Indikation klar: Das verschlossene Gefäß muss sofort wieder eröffnet werden, um den Herzmuskel zu retten. Je schneller dies geschieht, desto mehr Gewebe kann gerettet werden. In dieser Situation wird der Stent im Notfall-Herzkatheter gesetzt, oft innerhalb von Minuten nach Eintreffen des Patienten.

Bei chronischen Verengungen ohne akuten Infarkt ist die Entscheidung komplexer. Hier spielen mehrere Aspekte eine Rolle: der Grad der Verengung, die Symptome des Patienten und die Lokalisation der Engstelle. Eine hochgradige Verengung über 90 Prozent wird meist behandelt, da das Verschlussrisiko hoch ist. Bei mittleren Verengungen zwischen 50 und 90 Prozent wird oft zusätzlich die funktionelle Bedeutung gemessen.

Die Symptomatik ist entscheidend. Patienten mit Angina pectoris, also Brustschmerzen bei Belastung, profitieren von einer Stent-Implantation durch Beschwerdefreiheit. Wenn Medikamente die Symptome nicht ausreichend kontrollieren können, verbessert der Stent die Lebensqualität erheblich. Bei beschwerdefreien Patienten mit moderaten Verengungen ist die Indikation zurückhaltender zu stellen.

Diagnostik vor der Stent-Implantation

Vor der Entscheidung für einen Stent erfolgt eine gründliche Diagnostik. Das Belastungs-EKG zeigt, ob unter Anstrengung Durchblutungsstörungen auftreten. Ein unauffälliges Belastungs-EKG macht eine Stent-Implantation meist unnötig. Zeigen sich jedoch typische Veränderungen, sind weitere Untersuchungen notwendig.

Die Stress-Echokardiographie erhöht die diagnostische Sicherheit auf über 90 Prozent. Sie zeigt direkt, ob Abschnitte des Herzmuskels unter Belastung schlechter durchblutet werden. Erst wenn diese nicht-invasiven Untersuchungen einen Verdacht ergeben, wird eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt. Diese invasive Diagnostik stellt die Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel dar und zeigt Verengungen präzise.

Bei der Herzkatheteruntersuchung kann zusätzlich die sogenannte FFR-Messung durchgeführt werden. Dabei wird der Druckunterschied vor und hinter der Verengung gemessen. Dies zeigt, ob die Engstelle tatsächlich die Durchblutung einschränkt. Nur funktionell relevante Verengungen werden behandelt.

Der Stent-Eingriff

Die Stent-Implantation erfolgt über einen Katheter, der meist von der Leiste oder vom Handgelenk aus eingeführt wird. Der Patient ist wach, erhält aber ein Beruhigungsmittel und eine örtliche Betäubung. Über den Katheter wird ein dünner Draht durch die Verengung vorgeschoben. Darüber wird ein Ballon mit dem zusammengefalteten Stent zur Engstelle gebracht.

Der Ballon wird aufgeblasen und drückt die Ablagerungen an die Gefäßwand. Dabei entfaltet sich der Stent, der wie ein Gerüst das Gefäß offenhält. Nach dem Entfernen des Ballons bleibt der Stent dauerhaft im Gefäß. Moderne Stents sind mit Medikamenten beschichtet, die verhindern, dass sich das Gefäß wieder verengt. Diese sogenannten Drug-eluting-Stents haben deutlich bessere Langzeitergebnisse als unbeschichtete Stents.

Nach dem Eingriff wird die Einstichstelle komprimiert oder mit einem Verschlusssystem versorgt. Der Patient muss einige Stunden flachliegen, um Nachblutungen zu vermeiden. Die meisten Patienten können am nächsten Tag bereits wieder aufstehen und nach zwei bis drei Tagen nach Hause entlassen werden.

Medikamente nach Stent-Implantation

Nach einer Stent-Implantation ist die Einnahme bestimmter Medikamente lebenswichtig. Zwei verschiedene Blutverdünner, meist Aspirin und ein weiterer Thrombozytenaggregationshemmer, müssen kombiniert werden. Diese duale Plättchenhemmung verhindert, dass sich Blutgerinnsel am Stent bilden. Ein solcher Stentverschluss wäre lebensbedrohlich.

Die duale Therapie wird meist für sechs bis zwölf Monate fortgeführt. Danach reicht oft Aspirin allein. Das Absetzen der Medikamente sollte nie eigenmächtig erfolgen, sondern immer mit dem Kardiologen besprochen werden. Auch vor Operationen oder Zahneingriffen muss die Blutverdünnung berücksichtigt werden.

Wichtige Medikamente nach Stent:

  • Duale Plättchenhemmung für mindestens 6–12 Monate
  • Statine zur Senkung der Blutfettwerte
  • Blutdrucksenker bei Hypertonie
  • Weitere Medikamente je nach Begleiterkrankungen

Zusätzlich zur Blutverdünnung sind Statine unverzichtbar. Sie senken nicht nur die Blutfettwerte, sondern stabilisieren auch die Ablagerungen in den Gefäßen. Dies verhindert, dass weitere Verengungen entstehen. Auch Bluthochdruck muss optimal eingestellt werden.

Langzeitbetreuung nach Stent

Die Stent-Implantation ist keine Heilung der koronaren Herzkrankheit, sondern behandelt nur die Symptome. Die Grunderkrankung, die Arteriosklerose, besteht weiter. Ohne Behandlung der Risikofaktoren können sich neue Verengungen bilden oder bereits behandelte Gefäße wieder verengen.

Die koronare Herzkrankheit Betreuung im Rahmen des DMP KHK (Disease-Management-Programm Koronare Herzkrankheit) ist daher wichtig. Regelmäßige Kontrollen beim Hausarzt oder Kardiologen überwachen die Medikamentenwirkung und den Krankheitsverlauf. Auch Lebensstiländerungen sind entscheidend: Rauchstopp, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressreduktion.

Die Ernährungsberatung bei Cholesterin unterstützt die medikamentöse Therapie. Kontrolluntersuchungen mit EKG und bei Bedarf Belastungs-EKG zeigen, ob die Herzfunktion stabil bleibt. Bei neuen Beschwerden muss umgehend der Arzt aufgesucht werden. Eine gute Betreuung nach Stent-Implantation ermöglicht ein weitgehend normales Leben und reduziert das Risiko weiterer Herzprobleme deutlich.