Zurück zum Wiki

Reiseimpfungen

Reiseimpfungen schützen vor Infektionskrankheiten, die in anderen Ländern häufiger vorkommen als in Deutschland. Eine rechtzeitige Reiseberatung in der Hausarztpraxis ist wichtig, um den notwendigen Impfschutz vor dem Urlaub aufzubauen. Je nach Reiseziel, Reisedauer und geplanten Aktivitäten werden unterschiedliche Impfungen empfohlen. Manche Länder verlangen sogar bestimmte Impfungen als Einreisevoraussetzung. Die Planung sollte sechs bis acht Wochen vor Abreise beginnen, da einige Impfungen mehrere Dosen benötigen und Zeit brauchen, um ihren vollen Schutz zu entwickeln. Eine gute Vorbereitung ermöglicht einen sorgenfreien und gesunden Urlaub.

Welche Impfungen braucht man für Reisen

Die Antwort auf diese Frage hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das Reiseziel ist entscheidend: Eine Städtereise nach Paris erfordert andere Vorkehrungen als eine Trekkingtour in Nepal. Auch die Reisedauer spielt eine Rolle. Wer nur eine Woche in einem Strandhotel verbringt, hat andere Risiken als jemand, der mehrere Monate durch ländliche Gebiete reist.

Die Reiseart ist ebenfalls wichtig. Rucksackreisende mit engem Kontakt zur lokalen Bevölkerung benötigen oft mehr Impfschutz als Pauschaltouristen. Auch die Unterbringung macht einen Unterschied: Einfache Unterkünfte ohne Klimaanlage erhöhen das Expositionsrisiko für bestimmte Erkrankungen. Der Gesundheitszustand des Reisenden ist ein weiterer Faktor, denn chronisch Kranke sind anfälliger für Infektionen.

Bei der Reiseberatung erfasst der Hausarzt all diese Aspekte und erstellt einen individuellen Impfplan. Dabei werden zunächst die Standardimpfungen überprüft. Tetanus, Diphtherie und eventuell Polio sollten bei Fernreisen aktuell sein. Erst dann kommen die speziellen Reiseimpfungen hinzu, die für das jeweilige Zielgebiet empfohlen werden.

Hepatitis A und B

Die Hepatitis-A-Impfung ist die am häufigsten empfohlene Reiseimpfung. Sie schützt vor einer durch verunreinigte Nahrungsmittel oder Wasser übertragenen Leberentzündung. Die Erkrankung kommt in vielen beliebten Reiseländern vor, von Südeuropa über Nordafrika bis Asien und Südamerika. Zwei Impfdosen im Abstand von sechs Monaten bieten einen lang anhaltenden Schutz für mindestens 25 Jahre.

Hepatitis B wird über Blut und Körperflüssigkeiten übertragen. Die Impfung wird für längere Aufenthalte, bei zu erwartendem engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung oder bei Reisen mit erhöhtem Verletzungsrisiko empfohlen. Auch medizinische Behandlungen im Ausland bergen ein Übertragungsrisiko. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Dosen über sechs Monate, es gibt aber auch Schnellschemata für kurzfristige Reisen.

Eine Kombination beider Impfungen ist möglich und wird häufig gewählt. Sie spart einen Termin und bietet umfassenden Schutz gegen beide Hepatitisformen. Die Kombination folgt dem gleichen Schema wie die Einzelimpfungen.

Typhus und weitere bakterielle Erkrankungen

Typhus ist eine bakterielle Infektion, die durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen wird. Die Erkrankung kommt vor allem in Südasien vor, besonders in Indien, Pakistan und Bangladesch. Die Impfung bietet einen Schutz von etwa 60 bis 70 Prozent und sollte alle drei Jahre aufgefrischt werden.

Meningokokken-Infektionen sind in Afrika südlich der Sahara, im sogenannten Meningitisgürtel, häufig. Die Impfung wird für Reisen in diese Region empfohlen, besonders während der Trockenzeit. Saudi-Arabien verlangt bei der Pilgerreise nach Mekka einen Impfnachweis. Die Impfung schützt gegen verschiedene Meningokokken-Typen und wird einmalig verabreicht.

Gelbfieber und Tollwut

Die Gelbfieberimpfung ist für viele tropische Länder in Afrika und Südamerika vorgeschrieben. Ohne gültigen Impfnachweis verweigern diese Länder die Einreise. Die Impfung erfolgt einmalig in zugelassenen Gelbfieberimpfstellen und ist lebenslang gültig. Sie kann nur in speziell autorisierten Praxen durchgeführt werden, nicht jede Hausarztpraxis bietet sie an.

Die Tollwutimpfung wird für Rucksackreisen, längere Aufenthalte in ländlichen Gebieten oder bei geplanten Aktivitäten mit Tierkontakt empfohlen. Tollwut ist in vielen Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas verbreitet. Die Erkrankung verläuft unbehandelt immer tödlich. Die vorbeugende Impfung besteht aus drei Dosen über vier Wochen. Sie verhindert zwar nicht die Notwendigkeit einer Behandlung nach Biss, vereinfacht diese aber erheblich.

Wichtige Reiseimpfungen im Überblick:

  • Hepatitis A für die meisten Reiseländer außerhalb Westeuropas
  • Hepatitis B bei längeren Aufenthalten oder besonderen Risiken
  • Typhus für Südasien
  • Gelbfieber für tropisches Afrika und Südamerika
  • Tollwut bei Rucksackreisen oder Tierexposition

Zeitplanung und Kosten

Die Reiseberatung sollte mindestens sechs Wochen vor Abreise stattfinden. Manche Impfungen benötigen mehrere Dosen im Abstand von Wochen. Auch braucht das Immunsystem Zeit, um den vollen Schutz aufzubauen. Bei kurzfristig geplanten Reisen gibt es zwar Schnellschemata, der volle Schutz ist dann aber erst nach der Reise erreicht.

Die Kosten für Reiseimpfungen werden unterschiedlich gehandhabt. Manche gesetzlichen Krankenkassen übernehmen sie im Rahmen ihrer Satzungsleistungen vollständig, andere beteiligen sich teilweise, wieder andere zahlen gar nichts. Es lohnt sich, vor der Impfberatung bei der eigenen Kasse nachzufragen. Privatversicherte sollten ihre Versicherungsbedingungen prüfen.

Selbst wenn die Kosten selbst getragen werden müssen, ist die Investition sinnvoll. Die Behandlung einer im Ausland erworbenen Infektionskrankheit ist nicht nur unangenehm und gefährlich, sondern meist auch deutlich teurer als die Impfung. Zudem kann eine schwere Erkrankung den ganzen Urlaub ruinieren.

Weitere Schutzmaßnahmen

Impfungen sind nur ein Baustein des Reiseschutzes. Die Reiseberatung umfasst auch Informationen zu Malariaprophylaxe, Mückenschutz und Hygienemaßnahmen. Malaria kann nicht durch Impfung verhindert werden, aber durch Tabletten und konsequenten Mückenschutz. Auch Durchfallerkrankungen lassen sich durch einfache Regeln oft vermeiden: kein Leitungswasser trinken, kein Eis in Getränken, nur durchgegarte Speisen essen. Eine gut vorbereitete Reiseapotheke rundet die Vorbereitung ab.