Lungenfunktion
Die Lungenfunktion ist eine wichtige Untersuchung in der Inneren Medizin zur Beurteilung der Atemwege und der Lungenleistung. Mit diesem auch als Spirometrie bezeichneten Verfahren lässt sich feststellen, wie gut die Lunge arbeitet und ob Einschränkungen vorliegen. Die Untersuchung ist schmerzfrei, dauert nur wenige Minuten und liefert dem Internisten präzise Messwerte über die Atemkapazität. Besonders bei Atembeschwerden, chronischem Husten oder Verdacht auf Lungenerkrankungen ist der Lungenfunktionstest unverzichtbar für eine genaue Diagnose.
Was wird bei einer Lungenfunktionsprüfung gemessen
Bei der Lungenfunktionsprüfung werden verschiedene Parameter erfasst, die Auskunft über die Leistungsfähigkeit der Lunge geben. Der wichtigste Wert ist die Vitalkapazität, also die Menge an Luft, die maximal ein- und ausgeatmet werden kann. Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Einsekundenkapazität, die zeigt, wie viel Luft in der ersten Sekunde einer forcierten Ausatmung ausgeatmet werden kann.
Diese Werte geben Hinweise darauf, ob eine obstruktive oder restriktive Lungenerkrankung vorliegt. Bei obstruktiven Erkrankungen wie Asthma oder COPD sind die Atemwege verengt, was das Ausatmen erschwert. Bei restriktiven Erkrankungen ist die Lunge in ihrer Ausdehnung eingeschränkt.
Der Lufu-Test misst auch die maximale Atemstromstärke, die sogenannte Peak-Flow. Dieser Wert zeigt, wie schnell die Luft aus der Lunge strömen kann. Bei verengten Atemwegen ist dieser Wert deutlich reduziert. Alle Messwerte werden mit alters-, geschlechts- und größenabhängigen Normwerten verglichen.
Ablauf der Untersuchung
Die Lungenfunktion wird in der Arztpraxis durchgeführt und erfordert die aktive Mitarbeit des Patienten. Der Patient sitzt aufrecht und erhält eine Nasenklemme, damit die gesamte Atmung über den Mund erfolgt. Ein Mundstück ist mit dem Spirometer verbunden, einem Gerät, das die Atemströme misst.
Zunächst atmet der Patient einige Male normal, dann folgen verschiedene Atemmanöver. Bei der Messung der Vitalkapazität wird tief eingeatmet und dann so kräftig und vollständig wie möglich ausgeatmet. Dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt, um verlässliche Werte zu erhalten.
Die Untersuchung dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Sie ist anstrengend, aber nicht schmerzhaft. Manche Patienten fühlen sich danach etwas schwindelig, was durch die intensive Atmung normal ist und schnell wieder vergeht. Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig, allerdings sollte kurz vor der Untersuchung nicht geraucht werden.
Wie erkenne ich Asthma oder COPD
Die Unterscheidung zwischen Asthma und COPD ist wichtig, da beide Erkrankungen unterschiedlich behandelt werden. Beim Asthma sind die Atemwege anfallsartig verengt, meist durch allergische Reaktionen oder andere Auslöser. Die Verengung ist reversibel, das heißt, sie lässt sich durch Medikamente wieder aufheben.
Die COPD hingegen ist eine chronische Erkrankung, bei der die Atemwege dauerhaft geschädigt sind. Sie entwickelt sich meist über viele Jahre, häufig durch Rauchen. Die Verengung ist nur teilweise reversibel. Der Lungenfunktionstest kann beide Erkrankungen unterscheiden, indem nach Gabe eines bronchienerweiternden Medikaments erneut gemessen wird. Bei Asthma verbessern sich die Werte deutlich, bei COPD nur wenig.
Bei der Asthmadiagnose durch eine Spirometrie zeigen sich charakteristische Muster. Die Atemwege reagieren überempfindlich auf Reize, was sich in schwankenden Messwerten äußert. Die COPD-Abklärung erfolgt meist bei langjährigen Rauchern oder Menschen mit chronischem Husten.
Wann ist die Untersuchung notwendig
Die Indikationen für einen Lungenfunktionstest sind vielfältig. Bei Atemnot, chronischem Husten, pfeifenden Atemgeräuschen oder häufigen Atemwegsinfekten ist die Untersuchung wichtig.
Wichtige Anwendungsbereiche:
- Diagnose von Asthma bei Verdacht auf allergische Atemwegserkrankung
- COPD-Abklärung bei Rauchern oder chronischem Husten
- Verlaufskontrolle bei bekannten Lungenerkrankungen
- Beurteilung vor größeren Operationen
Die Lungenfunktion ist ein wichtiger Bestandteil der Chronikerprogramme. Im DMP (Disease-Management-Programm) Asthma und DMP COPD werden Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen strukturiert betreut. Regelmäßige Lungenfunktionstests gehören zu diesen Programmen und helfen, den Krankheitsverlauf zu überwachen und die Therapie anzupassen.
Was die Ergebnisse bedeuten
Normale Lungenfunktionswerte liegen bei etwa 80 bis 120 Prozent der altersentsprechenden Sollwerte. Werte unter 80 Prozent deuten auf eine Einschränkung hin. Der Schweregrad richtet sich danach, wie stark die Werte reduziert sind. Bei leichten Einschränkungen liegen die Werte zwischen 60 und 80 Prozent, bei schweren unter 40 Prozent.
Das Verhältnis von Einsekundenkapazität zur Vitalkapazität ist besonders aussagekräftig. Bei gesunden Menschen liegt es über 70 Prozent. Ein niedrigerer Wert spricht für eine Verengung der Atemwege, wie sie bei Asthma oder COPD vorkommt. Dieses Verhältnis ist wichtiger als die einzelnen Messwerte und bestimmt maßgeblich die Diagnose.
Behandlung und weitere Diagnostik
Bei auffälligen Lungenfunktionswerten wird der Internist eine entsprechende Therapie einleiten. Bei Asthma kommen meist inhalative Kortikosteroide und bronchienerweiternde Medikamente zum Einsatz. Bei COPD ist der Rauchstopp die wichtigste Maßnahme, ergänzt durch Medikamente und Atemtherapie.
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen zeigen, ob die Therapie wirkt. Eine Verschlechterung der Lungenfunktion trotz Behandlung erfordert eine Anpassung der Medikamente. Manchmal sind zusätzliche Untersuchungen wie eine Computertomografie der Lunge notwendig.
Die Lungenfunktion wird oft mit anderen Untersuchungen kombiniert. Ein EKG kann Hinweise auf eine Belastung des Herzens durch die Lungenerkrankung geben. Laboruntersuchungen zeigen Entzündungswerte oder Hinweise auf allergische Reaktionen. Diese Kombination ermöglicht eine umfassende Beurteilung der Atemwegsgesundheit und bildet die Grundlage für eine individuell angepasste Therapie in der Inneren Medizin.




