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Allergietest

Allergien gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland und betreffen etwa jeden dritten Menschen im Laufe seines Lebens. Ein Allergietest hilft dabei, die auslösenden Substanzen zu identifizieren, und bildet die Grundlage für eine gezielte Behandlung. In der Inneren Medizin stehen verschiedene Testverfahren zur Verfügung, die in der Arztpraxis durchgeführt werden können. Die häufigsten Tests sind der Prick-Test auf der Haut und Blutuntersuchungen. Beide Methoden sind sicher und liefern dem Internisten wichtige Informationen über bestehende Allergien.

Wann ist ein Allergietest sinnvoll

Ein Allergietest wird durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine allergische Reaktion besteht. Typische Beschwerden sind Niesen, laufende oder verstopfte Nase, juckende und tränende Augen, Hautausschläge oder Atembeschwerden. Diese Symptome können saisonal auftreten, etwa zur Pollenflugzeit, oder ganzjährig bestehen bei Allergien gegen Hausstaubmilben oder Tierhaare.

Auch bei der Asthmadiagnose spielt der Allergietest eine wichtige Rolle. Etwa 80 Prozent der Kinder und 50 Prozent der Erwachsenen mit Asthma haben eine allergische Form der Erkrankung. Die Identifikation der Auslöser ist entscheidend für die Behandlung. Eine Spirometrie und ein Allergietest ergänzen sich dabei optimal und ermöglichen eine umfassende Diagnostik.

Bei unklaren Hautreaktionen, wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden nach dem Essen oder bei Verdacht auf Insektengiftallergien ist ebenfalls ein Test angezeigt. Je früher eine Allergie erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden und desto eher lassen sich Folgeerkrankungen vermeiden.

Der Prick-Test auf der Haut

Der Prick-Test ist das am häufigsten angewandte Verfahren zum Nachweis von Allergien. Er wird direkt in der Hausarztpraxis durchgeführt und dauert etwa 20 Minuten. Getestet werden die häufigsten Allergene wie Pollen verschiedener Gräser und Bäume, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilze und Nahrungsmittel.

Bei der Durchführung werden kleine Tropfen mit den Testlösungen auf die Innenseite des Unterarms aufgetragen. Durch jeden Tropfen wird die Haut mit einer kleinen Lanzette minimal angeritzt, sodass die Allergene in die oberste Hautschicht gelangen können. Dieser Vorgang ist praktisch schmerzfrei und führt nur zu einem leichten Piksen.

Nach 15 bis 20 Minuten wird das Ergebnis abgelesen. Bei einer Allergie bildet sich an der entsprechenden Stelle eine Quaddel, ähnlich wie bei einem Mückenstich. Die Größe der Quaddel gibt Hinweise auf die Stärke der allergischen Reaktion. Als Kontrolle werden immer auch eine Histaminlösung, die bei jedem Menschen eine Reaktion auslöst, und eine Kochsalzlösung ohne Reaktion aufgetragen.

Blutuntersuchung auf Allergien

Wenn ein Hauttest nicht durchgeführt werden kann, etwa bei Hauterkrankungen oder wenn Medikamente nicht abgesetzt werden können, bietet sich eine Blutabnahme an. Dabei werden im Labor spezifische IgE-Antikörper gegen verschiedene Allergene bestimmt. Diese Antikörper sind Eiweißstoffe, die das Immunsystem bei Kontakt mit einem Allergen bildet.

Der Bluttest hat den Vorteil, dass er unabhängig von Medikamenteneinnahme durchgeführt werden kann. Auch bei schweren Hauterkrankungen oder bei sehr kleinen Kindern ist er die Methode der Wahl. Allerdings dauert es einige Tage, bis die Ergebnisse vorliegen, während der Hauttest sofort ausgewertet werden kann.

Die gemessenen IgE-Werte werden in Klassen eingeteilt. Werte über einem bestimmten Schwellenwert sprechen für eine Sensibilisierung gegen das getestete Allergen. Wichtig ist jedoch, dass eine Sensibilisierung nicht automatisch bedeutet, dass auch Beschwerden auftreten. Die Interpretation muss immer im Zusammenhang mit den klinischen Symptomen erfolgen.

Welche Allergene werden getestet

Die Auswahl der zu testenden Allergene richtet sich nach den Beschwerden und der Jahreszeit. Bei Heuschnupfen werden vor allem Baum- und Gräserpollen getestet. Frühblüher wie Hasel, Erle und Birke verursachen Beschwerden im Frühjahr, Gräser und Roggen im Sommer. Kräuterpollen wie Beifuß blühen im Spätsommer.

Ganzjährige Beschwerden sprechen eher für eine Hausstaubmilbenallergie oder Tierhaare. Auch Schimmelpilze können das ganze Jahr über Symptome verursachen. Bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergien werden häufig Milch, Ei, Nüsse, Weizen, Soja und Fisch getestet.

Häufig getestete Allergengruppen:

  • Pollen: Birke, Erle, Hasel, Gräser, Roggen, Beifuß
  • Innenraumallergene: Hausstaubmilben, Katzen- und Hundehaare
  • Nahrungsmittel: Milch, Ei, Erdnuss, Haselnuss, Weizen
  • Insektengifte: Biene, Wespe

Was bedeuten die Ergebnisse

Ein positiver Allergietest bedeutet, dass das Immunsystem auf das getestete Allergen reagiert. Dies erklärt die Beschwerden und ermöglicht eine gezielte Behandlung. Die wichtigste Maßnahme ist die Vermeidung des Allergens, soweit dies möglich ist. Bei Pollenallergien kann dies schwierig sein, bei Tierhaaren oder bestimmten Nahrungsmitteln ist die Meidung oft gut umsetzbar.

Medikamentös kommen Antihistaminika zum Einsatz, die die allergische Reaktion unterdrücken. Bei Heuschnupfen haben sich auch kortisonhaltige Nasensprays bewährt. Bei allergischem Asthma ist eine Spirometrie zur Kontrolle der Lungenfunktion wichtig, und die Behandlung erfolgt oft im Rahmen eines DMP Asthma.

Hyposensibilisierung als Therapieoption

Bei nachgewiesener Allergie gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Insektengifte kann eine spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt, erwogen werden. Dabei wird dem Körper das Allergen über einen längeren Zeitraum in steigender Dosierung zugeführt, um das Immunsystem daran zu gewöhnen. Diese Behandlung kann die Allergie dauerhaft abschwächen oder sogar heilen.

Die Hyposensibilisierung erfolgt meist über drei bis fünf Jahre, entweder durch regelmäßige Spritzen beim Arzt oder durch tägliche Einnahme von Tabletten oder Tropfen. Die Erfolgsrate liegt bei etwa 80 Prozent. Besonders bei jüngeren Patienten und bei klar definierten Allergien sind die Ergebnisse gut.

Ein Allergietest ist damit der erste Schritt zu einer erfolgreichen Behandlung und kann die Lebensqualität von Allergikern erheblich verbessern.