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Darmspiegelung

Die Darmspiegelung des Dickdarms, medizinisch Koloskopie genannt, ist eine wichtige Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs und zur Abklärung von Darmbeschwerden. Bei dieser Untersuchung wird die Darminnenwand vom Arzt genauestens begutachtet, und Auffälligkeiten können oft direkt behandelt werden. Die Darmspiegelung wird entweder zur Klärung entsprechender Beschwerden, zur Verlaufskontrolle bei chronischen Dickdarmerkrankungen oder zur Vorsorge gegen Dickdarmkrebs durchgeführt. Die Untersuchung kann ambulant durchgeführt werden und dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Den Patienten wird zuvor der Ablauf erklärt und wie der Darm dafür vorbereitet werden muss.

Warum ist eine Darmspiegelung wichtig

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Die gute Nachricht: Er entwickelt sich meist über Jahre aus gutartigen Vorstufen, den sogenannten Polypen. Diese können bei der Darmspiegelung erkannt und sofort entfernt werden, bevor sie bösartig werden. Damit ist die Untersuchung nicht nur Diagnose, sondern gleichzeitig Therapie und echte Krebsvorbeugung.

Auch bei Beschwerden wie Blut im Stuhl, anhaltenden Durchfällen oder Verstopfung, Bauchschmerzen oder unerklärlichem Gewichtsverlust ist die Darmspiegelung die wichtigste Untersuchung. Sie zeigt Entzündungen, Geschwüre, Divertikel oder Tumore. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa dient sie der Verlaufskontrolle.

Die Darmspiegelung ist sehr genau und ermöglicht die direkte Betrachtung der gesamten Darmschleimhaut. Versteckte Veränderungen, die bei anderen Untersuchungen übersehen werden könnten, werden zuverlässig erkannt. Gewebeproben können entnommen und mikroskopisch untersucht werden, um die genaue Diagnose zu stellen.

Ab wann sollte man zur Vorsorge

Die gesetzlichen Krankenkassen bieten die Darmspiegelung zur Vorsorge an. Männer haben ab 50 Jahren Anspruch auf die Untersuchung, Frauen ab 55 Jahren. Dieser Unterschied beruht darauf, dass Männer statistisch früher an Darmkrebs erkranken. Bei unauffälligem Befund muss die Untersuchung erst nach zehn Jahren wiederholt werden.

Bei familiärer Vorbelastung gelten andere Regeln. Wenn nahe Verwandte an Darmkrebs erkrankt sind, sollte die Vorsorge früher beginnen. Meist wird empfohlen, zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des Verwandten mit der Darmspiegelung zu beginnen. Bei erblichen Darmkrebsformen können noch engere Kontrollintervalle notwendig sein.

Vorbereitung auf die Untersuchung

Die Vorbereitung ist der wichtigste Teil der Darmspiegelung. Der Darm muss vollständig entleert sein, damit die Schleimhaut gut beurteilbar ist. Bereits zwei bis drei Tage vor der Untersuchung sollte auf schwer verdauliche Nahrung wie Vollkornprodukte, Nüsse oder Körner verzichtet werden. Am Tag vor der Untersuchung sind nur noch klare Flüssigkeiten erlaubt.

Die eigentliche Darmreinigung erfolgt mit einer speziellen Abführlösung. Diese wird nach einem festgelegten Schema getrunken, meist am Vorabend und am Morgen der Untersuchung. Die Lösung führt zu häufigen Darmentleerungen. Dieser Teil der Vorbereitung wird oft als unangenehmer empfunden als die eigentliche Untersuchung. Er ist aber unverzichtbar für aussagekräftige Ergebnisse.

Wichtige Hinweise zur Vorbereitung:

  • Zwei bis drei Tage vorher: leichte, ballaststoffarme Kost
  • Einen Tag vorher: nur klare Flüssigkeiten, keine feste Nahrung
  • Abführlösung nach Anweisung trinken, viel zusätzlich trinken
  • Medikamente nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen

Bestimmte Medikamente wie Blutverdünner müssen eventuell pausiert werden, besonders wenn Polypen entfernt werden sollen. Der Internist gibt genaue Anweisungen. Eisenpräparate sollten einige Tage vorher abgesetzt werden, da sie den Stuhl dunkel färben und die Sicht erschweren.

Ablauf der Untersuchung

Die Darmspiegelung wird fast immer unter Sedierung durchgeführt. Der Patient erhält ein Beruhigungs- und Schmerzmittel über die Vene und schläft während der Untersuchung. Die meisten Patienten erinnern sich hinterher nicht an die Prozedur. Diese „Schlafspritze“ macht die Untersuchung angenehm und ermöglicht dem Arzt, gründlich zu arbeiten.

Der Patient liegt auf der linken Seite. Das flexible Koloskop wird vorsichtig über den After eingeführt und langsam durch den gesamten Dickdarm bis zum Blinddarm vorgeschoben. Dabei wird Luft oder Kohlendioxid eingeblasen, um den Darm zu entfalten. Der Arzt betrachtet auf dem Rückzug die Schleimhaut zentimeterweise.

Werden Polypen gefunden, können sie meist sofort mit einer kleinen Schlinge entfernt werden. Diese Abtragung ist schmerzlos und verhindert, dass sich Krebs entwickelt. Die entfernten Polypen werden mikroskopisch untersucht. Auch Gewebeproben von verdächtigen Stellen werden entnommen und analysiert.

Nach der Untersuchung

Nach der Darmspiegelung bleibt der Patient etwa eine Stunde zur Überwachung. Die Sedierung klingt langsam ab, und der Patient wird wacher. Wegen der Beruhigungsmittel darf am Untersuchungstag nicht Auto gefahren werden. Eine Begleitperson sollte den Patienten abholen. Auch wichtige Entscheidungen sollten verschoben werden.

Leichte Blähungen durch die eingeblasene Luft sind normal und verschwinden schnell. Wurden Polypen entfernt, kann es zu minimalen Blutungen kommen, die meist von selbst aufhören. Bei stärkeren Schmerzen, anhaltenden Blutungen oder Fieber muss sofort der Arzt informiert werden. Ernste Komplikationen wie Darmdurchbrüche sind extrem selten.

Ergebnis und weitere Schritte

Das Ergebnis wird meist direkt nach der Untersuchung besprochen, sobald der Patient wach genug ist. Der Internist erklärt die Befunde und zeigt oft Bilder. Bei Polypen oder Gewebeproben liegen die mikroskopischen Ergebnisse nach einigen Tagen vor. Ein Folgetermin zur ausführlichen Besprechung wird vereinbart.

Bei unauffälligem Befund ist für zehn Jahre keine weitere Darmspiegelung notwendig. Wurden Polypen entfernt, können je nach Art und Anzahl frühere Kontrollen empfohlen werden. Bei entzündlichen Veränderungen richtet sich das weitere Vorgehen nach der Diagnose.

Die Darmspiegelung ist die sicherste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs. Sie rettet nachweislich Leben, indem sie Krebs verhindert oder in frühen, heilbaren Stadien entdeckt. Die Überwindung der Hemmschwelle lohnt sich, denn die Untersuchung ist dank Sedierung gut erträglich und bietet maximale Sicherheit für die Gesundheitsvorsorge.