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Hautkrebsscreening

Die Hautkrebsvorsorge ist eine wichtige Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung bösartiger Hautveränderungen und gehört zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Hautkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland, die Zahl der Neuerkrankungen steigt seit Jahren. Die gute Nachricht: Wird Hautkrebs früh erkannt, ist er in den meisten Fällen heilbar. Die Untersuchung dauert nur etwa zehn Minuten und ist völlig schmerzfrei. Jeder gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren hat alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebsscreening in der Arztpraxis.

Warum ist Hautkrebsvorsorge wichtig

Hautkrebs entwickelt sich meist über Jahre und verursacht lange keine Beschwerden. Auffällige Muttermale oder Hautveränderungen werden oft als harmlos eingeschätzt oder übersehen. Dabei kann gerade das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs, schnell Metastasen bilden und dann lebensbedrohlich werden. Je früher er entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Auch der helle Hautkrebs, zu dem das Basaliom und das Spinaliom gehören, sollte rechtzeitig erkannt werden. Diese Formen wachsen zwar langsamer und bilden seltener Metastasen, können aber unbehandelt erhebliche lokale Schäden anrichten. Besonders im Gesicht können große Operationen notwendig werden, wenn der Tumor zu spät entdeckt wird.

Die Risikofaktoren für Hautkrebs sind bekannt. Intensive Sonneneinstrahlung und Sonnenbrände, besonders in der Kindheit, erhöhen das Risiko deutlich. Auch regelmäßige Solariumbesuche sind gefährlich. Menschen mit heller Haut, vielen Muttermalen oder familiärer Vorbelastung sollten besonders aufmerksam sein und die Hautkrebsvorsorge ernst nehmen.

Wie läuft das Screening ab

Das Hautkrebsscreening wird in der Hausarztpraxis oder beim Hautarzt durchgeführt. Der Patient entkleidet sich vollständig, damit die gesamte Körperoberfläche untersucht werden kann. Dies ist wichtig, denn Hautkrebs kann überall entstehen, auch an Stellen, die selten der Sonne ausgesetzt sind.

Der Arzt betrachtet die Haut systematisch von Kopf bis Fuß. Dabei werden alle Hautveränderungen begutachtet, besonders Muttermale, Leberflecke und auffällige Stellen. Oft wird ein Auflichtmikroskop verwendet, ein spezielles Vergrößerungsglas, das tiefere Hautschichten sichtbar macht. Damit lassen sich gutartige und bösartige Veränderungen besser unterscheiden.

Auch die Kopfhaut, die Fußsohlen, die Zehenzwischenräume und die Schleimhäute werden kontrolliert. Manche Hautkrebsformen treten bevorzugt an diesen versteckten Stellen auf. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und nimmt etwa zehn bis fünfzehn Minuten in Anspruch. Bei der Untersuchung werden auch die Lymphknoten getastet, da vergrößerte Lymphknoten ein Hinweis auf eine mögliche Ausbreitung sein können.

Was wird bei verdächtigen Hautveränderungen gemacht

Wenn der Arzt eine auffällige Hautveränderung entdeckt, wird er diese genauer betrachten. Oft reicht schon die Betrachtung mit dem Auflichtmikroskop, um eine gutartige Veränderung von einer verdächtigen zu unterscheiden. Bei Unsicherheit kann ein Foto gemacht werden, um die Entwicklung bei der nächsten Kontrolle zu vergleichen.

Bei eindeutig verdächtigen Hautveränderungen wird eine Gewebeprobe entnommen. Kleine auffällige Muttermale werden oft komplett entfernt und untersucht. Dies geschieht unter örtlicher Betäubung und hinterlässt nur eine kleine Narbe. Die Gewebeprobe wird im Labor mikroskopisch untersucht. Das Ergebnis liegt meist nach etwa einer Woche vor.

Wichtige Warnzeichen für Hautkrebs:

  • Asymmetrie: Das Muttermal ist nicht gleichmäßig rund oder oval
  • Begrenzung: Die Ränder sind unscharf oder ausgefranst
  • Farbe: Mehrere Farben oder eine sehr dunkle Färbung
  • Durchmesser: Größer als fünf Millimeter
  • Erhabenheit: Das Muttermal wächst über das Hautniveau hinaus

Diese ABCDE-Regel hilft bei der Selbstuntersuchung, die zwischen den Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden sollte. Wer seine Haut regelmäßig selbst kontrolliert, bemerkt Veränderungen oft früher. Ein Spiegel oder die Hilfe einer anderen Person ist nützlich, um auch den Rücken zu begutachten.

Wie oft steht die Hautkrebsvorsorge zu

Ab dem 35. Lebensjahr haben gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebsscreening. Einige Krankenkassen bieten im Rahmen ihrer Satzungsleistungen bereits ab jüngeren Jahren Vorsorgeuntersuchungen an. Dies ist besonders sinnvoll für Menschen mit vielen Muttermalen oder familiärer Vorbelastung.

Bei erhöhtem Risiko oder auffälligen Vorbefunden können häufigere Kontrollen notwendig sein. Wer schon einmal Hautkrebs hatte, sollte meist alle sechs bis zwölf Monate zur Nachsorge. Auch Menschen mit sehr vielen Muttermalen oder auffälligen Hautveränderungen benötigen engmaschigere Kontrollen. Diese werden dann meist beim Hautarzt durchgeführt, der auf Hauterkrankungen spezialisiert ist.

Die Hautkrebsvorsorge ist übrigens auch Bestandteil des Check-up 35, der alle drei Jahre durchgeführt werden kann. Der Gesundheitscheck umfasst neben der Hautkontrolle auch Blutdruckmessung, Laboruntersuchungen und eine allgemeine körperliche Untersuchung. So können mehrere Vorsorgeuntersuchungen miteinander kombiniert werden.

Selbstuntersuchung und Sonnenschutz

Zwischen den Vorsorgeuntersuchungen ist die Selbstbeobachtung wichtig. Wer seine Haut regelmäßig selbst kontrolliert, bemerkt Veränderungen frühzeitig. Besonders nach dem Duschen oder Baden bietet sich eine kurze Kontrolle an. Veränderungen an bestehenden Muttermalen oder neu aufgetretene dunkle Flecken sollten dem Arzt gezeigt werden.

Der beste Schutz vor Hautkrebs ist die Vermeidung übermäßiger Sonneneinstrahlung. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sollte bei Aufenthalten im Freien selbstverständlich sein. Besonders die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr sollte gemieden werden. Kleidung, Hut und Sonnenbrille bieten zusätzlichen Schutz.

Bedeutung der Früherkennung

Die Hautkrebsvorsorge rettet Leben. Studien zeigen, dass durch das Screening mehr Hautkrebserkrankungen im Frühstadium entdeckt werden. Die Heilungsraten sind dann sehr gut, oft reicht eine einfache Operation. Die Untersuchung ist schnell, schmerzfrei und kann einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten.

Wer das Hautkrebsscreening noch nie in Anspruch genommen hat, sollte einen Termin vereinbaren. Die Untersuchung kann Leben retten und gibt Sicherheit. Im Rahmen der Prävention ist sie ein wichtiger Baustein, um gesund zu bleiben und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, wenn sie noch gut behandelbar sind.